Stephan-Nicolas Kirschner

Entrepreneur mit Fokus auf Marketing, Produkt & Innovationen

6. Produktmanagement innerhalb von Internet-Start-ups

By Stephan-Nicolas Kirschner | 13. Juni 2014 | 0 Comment

Das Internet hat laut Chris Vander Mey, einem ehemaligen Produktmanager von Google und Amazon, mehrjährige Entwicklungszyklen und herkömmliche Distributionskanäle überflüssig gemacht. Die schnelle Iteration, Bereitstellung und Adaption durch das Internet ermöglichte es Entwicklern schnelle Anwendungsentwicklungsrahmen, Usability-Studien und neue Prozess-Frameworks wie Scrum zu entwickeln. Für den Praktiker im Produktmanagement steht zu Beginn ein Kundenproblem, auf welches das UX-Design und das Projektmanagement folgen. Abschließend erfolgen dann das Testing sowie die Veröffentlichung/Launch des Internetprodukts.

Bei dem Online-Vergleichsportalanbieter Check24, dessen Gründer auch M Cube gegründet haben, wird das Produktmanagement unter den Schlagwörtern „Business Development“ und „Projekt Management“ betrieben, wie Dr. Alexander Stage, Head of Department IT von Check24, in einer Gastvorlesung im Oktober 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München erläuterte.

Dieser Prozess wird bei Check24 in drei Schritte unterteilt: die Analyse, die Konzeption und die Umsetzungsvorbereitung. Die Analyse umfasst eine interne Recherche nach ähnlichen Problemstellungen, das Einholen von Expertenwissen über das jeweilige Produkt bei Kundenberatern, die Analyse von Kundendaten, die Auswertung von Messdaten (Nutzerinteraktionen auf der Webseite) sowie eine Analyse der Herangehensweise von Mitbewerbern. In der Konzeption werden Wireframes und Mockups erstellt, wobei durch Rapid Prototyping eine regelmäßiges Feedback von allen Stakeholdern und Nutzern eingeholt wird. Der Fokus liegt laut Stage auf minimalen Features und iterativer Produktentwicklung. Denn das Produkt schnell zum Kunden zu bringen, bedeutet schnelles Lernen und Feedback. Die Umsetzungsvorbereitung umfasst die Zerlegung von Features in möglichst kleine User Stories und die Erstellung von Akzeptanzkriterien für die Entwicklung.

Laut Kittlaus et. al gibt es jedoch kein Patentrezept für die Definition von Verantwortlichkeiten und die Organisation des Produktmanagements, da beide in Abhängigkeit mit den Unternehmenszielen, der Aufbauorganisation und der Unternehmenskultur geklärt werden sollten. Dabei sollten Voraussetzungen geschaffen werden, die es dem Produktmanagement ermöglichen, sich neben dem Tagesgeschäft auch mit nachhaltig wichtigen Fragen zu beschäftigen. Das Produktmanagement sollte die Verantwortung für den nachhaltigen Markterfolg der Produkte Inne haben. Es handelt sich dabei um eine kontinuierliche Tätigkeit, die unter anderem die Steuerung und Koordination aller Parteien innerhalb und außerhalb des Unternehmens, die für den nachhaltigen Produkterfolg relevant sind, umfasst. Dazu gehören insbesondere Entwicklung, Vertrieb und Marketing.


Dieser Artikel ist Teil einer Serie, dessen Inhalte aus meiner Masterthesis „Produkt- und Innovationsmanagement innerhalb von Company Buildern“ stammen und für diesen Blog angepasst bzw. umgeschrieben wurden. Zitate und Quellen – sofern nicht angegeben – finden sich im Originaldokument, welches an der Universität der Künste, Zentralinstitut für Weiterbildung, im Masterstudiengang Leadership in Digitaler Kommunikation angefertigt wurde.

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Stephan-Nicolas Kirschner

Stephan-Nicolas Kirschner ist Entrepreneur mit Fokus auf Marketing, Produkt & Innovationen. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule Mittweida, der Universität der Künste Berlin und an der Universität St. Gallen.

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