7. Produktmanagement in der Vermittlerrolle

Das Produktmanagement vermittelt laut Herzwurm und Pietsch zwischen Fachabteilungen und IT-Abteilungen sowie zum Beispiel dem Support. Organisatorisch ist das Produktmanagement entweder in einer zentralen Stabstelle oder einem der beteiligten Bereiche zu finden. Wenn das Produktmanagement – wie bei M Cube – als Stabstelle aufgesetzt wird, verbleibt die fachliche Verantwortung bei den Fachabteilungen, der IT oder dem Marketing. Das Produktmanagement bereitet dann im Sinne einer Moderatorenrolle produktrelevante Entscheidungen für die betreffenden Entscheidungsträger transparent vor. Dabei sollte laut Herzwurm und Pietsch die Balance trotz unterschiedlichen Interessen, Gemengelagen und Machtgefügen gewahrt bleiben. Entscheidend ist daher nicht nur das methodische Wissen und die konzeptionelle Umsetzung, sondern in höchstem Maße auch die sogenannten „Soft-Skills“ und eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Funktionsbereichen innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Bei dieser Querschnittsaufgabe liegen Konflikte mit anderen Organisationseinheiten in der Natur der Sache, die es konstruktiv zu nutzen gilt. Durch das Management kritischer Schnittstellen, z.B. zwischen Fachabteilung und Entwicklung, nutzt und interpretiert das Produktmanagement seine oben beschriebene Position als Mittler- oder Ausgleichsfunktion zwischen den verschiedenen Interessen der Beteiligten. Das Produktmanagement ist dabei grundsätzlich zeitlich unbegrenzt. Die Aufgaben beginnen mit der Produktidee und enden, wenn das Produkt nicht mehr genutzt wird. Daher sollte der Produktmanager die Etablierung eines spezifischen Produktentwicklungszyklus vorantreiben.

Das Produktmanagement beschäftigt sich normalerweise mit Evolution im Sinne der evolutionären Weiterentwicklung des Produkts. Nur in wenigen Ausnahmen übernimmt es die Aufgabe, Produkte auf Basis einer echten Innovation zur Marktreife zu bringen. Im nächsten Blogbeitrag „Was ist Innovationsmanagement?“ stelle ich daher den Begriff des Innovationsmanagements näher vor.


Dieser Artikel ist Teil einer Serie, dessen Inhalte aus meiner Masterthesis "Produkt- und Innovationsmanagement innerhalb von Company Buildern" stammen und für diesen Blog angepasst bzw. umgeschrieben wurden. Zitate und Quellen - sofern nicht angegeben - finden sich im Originaldokument, welches an der Universität der Künste, Zentralinstitut für Weiterbildung, im Masterstudiengang Leadership in Digitaler Kommunikation angefertigt wurde.

Dieser Post wurde aktualisiert am: 30.05.2022

Stephan-Nicolas Kirschner

ist ein innovativer Unternehmer sowie Produktmanagement und Online Marketing Experte mit einer nachgewiesenen Fähigkeit, auch geschäftskritische Ergebnisse zu liefern. Erfahren im Aufbau leistungsorientierter Teams für drei venturebacked Start-ups hat er 2012 mit Bestattungsvergleich.de sein erstes eigenes Start-up gegründet. Dieses hat Stephan-Nicolas Kirschner - von der Idee sowie Business- und Finanzplänen über Pitches und dem Raisen von Kapital bis hin zum Produktlaunch und dem Proof of Concept - zum Marktführer ausgebaut. Nach seinem Exit folgten Interimspositionen als Geschäftsführer von Finanztip sowie als Start-up Koordinator Finance der IHK Berlin. Danach verantwortete Stephan-Nicolas Kirschner zwei Jahre lang als Head of Growth das Wachstum von kapilendo und wurde zudem als Vorstandsvorsitzender der kapilendo venture AG berufen. Bis Ende 2017 verantwortete er in dieser Rolle den Betriebsübergang in die kapilendo AG im Rahmen eines M&A (Mergers & Acquisitions). Seit Juli 2018 übernimmt Stephan-Nicolas Kirschner die Unternehmensnachfolge im elterlichen Betrieb. Als Geschäftsführer der FBE Forschung Beratung Evaluation GmbH führt er so unter anderem BabyCare – Das Vorsorgeprogramm für eine gesunde Schwangerschaft - in die Zukunft. Sein Studium absolvierte er an der Hochschule Mittweida, der Universität der Künste Berlin und an der Universität St. Gallen.